Schenkenzell: Bürgerdialog macht Bahnfrust deutlich – klare Forderungen an Politik und Bahn

Veröffentlicht am 01.03.2026 in Pressemitteilungen

Unzufriedene Anwohner in Schenkenzell

Aufgrund von neuen Batterieelektischen Fahrzeugen auf der Linie RS1 zwischen Offenburg und Freudenstadt. Durch Verlängerte Haltezeiten infolge von Schiebetritten, ist ein Halt in Schenkenzell und Loßburg Roth nicht mehr möglich. Dies ist keine nachhaltige Verkehrswende, sondern eine Belastung für die Bürger vor Ort!

Am Sonntagvormittag versammelten sich rund 30 Bürgerinnen und Bürger am Bahnhof Schenkenzell, um mit Landtagskandidat Ali Zarabi und Bürgermeister Bernd Heinzelmann über die angespannte Verkehrssituation in ihrer Gemeinde zu sprechen. Der Bahnhof, obwohl technisch weiterhin in Betrieb, wird seit Ende 2024 von vielen Zügen nicht mehr bedient. Die Folge: Ein stark eingeschränkter Bahnanschluss, auf den ein unzuverlässiger Schienenersatzverkehr (SEV) folgt, der von den Anwesenden deutlich kritisiert wurde.

Insbesondere die schlechte Taktung, die häufige Überfüllung und der Einsatz von Kleinstbussen nach 20 Uhr sorgen für Unmut. Fahrgäste, die dann keinen Platz mehr finden, werden oftmals einfach stehen gelassen. Die Situation ist für viele unzumutbar – vor allem für Pendler, Schüler und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Ali Zarabi, SPD-Landtagskandidat, zeigte Verständnis für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger:
„Die Entscheidungen dürfen unsere Einwohner in Schenkenzell nicht beeinträchtigen. Jeder hat Anspruch auf öffentliche Dienstleistungen. Solche Maßnahmen dürfen das Leben unserer Menschen nicht negativ beeinflussen. Der Frust ist nachvollziehbar – und ich hoffe, dass die Landesregierung endlich eine tragfähige Lösung vorschlägt. Bisher ist das leider nicht geschehen.“

Auch Bürgermeister Bernd Heinzelmann machte deutlich, dass die Gemeinde Schenkenzell wenig Einfluss auf die Entwicklungen hatte: „Wir haben alles getan, um eine Lösung zu finden. Aber es ist nicht einfach, wenn wir sehr kurzfristig von den Plänen erfahren und keinerlei Spielraum bekommen.“ Der Tenor war eindeutig: Die Entscheidungen seien über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen worden.

Für zusätzliche Kritik sorgte die eingeschränkte Barrierefreiheit. Zwar verfügen die neuen Züge auf der Ortenaulinie über Rampen, doch viele Bahnhöfe – darunter Schenkenzell – sind baulich nicht barrierefrei zugänglich. Menschen im Rollstuhl können den Bahnsteig oft nicht erreichen. Eine scheinbare Verbesserung wird so in der Praxis zur nächsten Hürde.

Auch SPD-Kreisvorsitzender Mirko Witkowski meldete sich zu Wort und forderte mehr Verantwortung vonseiten des Staates: „Es muss möglich sein, dass der Staat bei solch wichtigen Entscheidungen mehr Einfluss bekommt – und auch die Verantwortung übernimmt.“ Die Bürgerinnen und Bürger müssten ernst genommen werden, denn es gehe um Grundfragen der Mobilität und der Teilhabe.

Im Verlauf des Dialogs wurden mehrere konkrete Forderungen formuliert. So wünschen sich die Anwesenden den Einsatz größerer Busse auch nach 20 Uhr, eine verlässliche Koordination zwischen Zug und SEV, insbesondere durch verbindliche Wartezeiten bei Verspätungen, sowie eine zügige Umsetzung des Baus der neuen Weiche in Freudenstadt, um den regulären Bahnverkehr möglichst bald wiederherzustellen. Auch die Prüfung eines provisorischen Bahnsteigs an Gleis 4 in Freudenstadt wurde vorgeschlagen.

Ein weiterer Punkt war die Forderung nach einer Überprüfung der Fahrplanprioritäten. Dass in der aktuellen Planung Schiltach Mitte weiterhin bedient wird, Schenkenzell aber weitgehend außen vor bleibt, sei für viele Bürger nicht nachvollziehbar – zumal Schenkenzell aufgrund seiner Lage und Entfernung einen deutlich aufwendigeren SEV nach sich zieht.

Der Bürgerdialog zeigte eindrücklich: Die Menschen in Schenkenzell fühlen sich übergangen und erwarten nun klare Antworten. Sie fordern nicht mehr als eine verlässliche Anbindung, barrierefreie Bahnhöfe und eine Kommunikation auf Augenhöhe. Die Verantwortung dafür liegt nicht nur bei der Bahn, sondern auch bei der Landespolitik – jetzt gilt es, zu handeln.